Arbeitsrecht

Warum Abfindung fast immer Verhandlungssache ist.

Thema 8 · Abfindungsverhandlung

Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung gibt es nur in Ausnahmefällen. In allen anderen Fällen entsteht die Abfindung durch Verhandlung.

Die Faustformel – und warum sie nur eine Orientierung ist

0,5 × Bruttomonatsgehalt × Beschäftigungsjahre

Das ist eine Richtgröße – nicht die Obergrenze. Bei schwacher Kündigungsbegründung, Formfehlern, Sonderkündigungsschutz (Schwangerschaft, Schwerbehinderung, Betriebsratsmitglied) lassen sich regelmäßig 1,0 bis 1,5 Bruttomonatsgehälter pro Jahr erreichen.

Was die Abfindungshöhe realistisch bestimmt

  • Erfolgsaussicht einer Kündigungsschutzklage. Je angreifbarer die Kündigung, desto höher die Verhandlungsbereitschaft.
  • Interesse des Arbeitgebers an schneller Klärung. Ein laufender Prozess ist Management-Aufwand und Imagerisiko.
  • Ihre eigene Situation. Neuer Job in Aussicht? Bereit zu warten?
  • Sonderkündigungsschutz. Verdoppelt oder verdreifacht regelmäßig die Abfindungshöhe.
  • Lebensalter. Je älter, desto schwerer der Neustart – das wirkt sich auf die Abfindung aus.

Besteuerung

Abfindungen sind steuerpflichtig. Die Fünftelregelung (§ 34 EStG) kann die Steuerbelastung aber deutlich senken. Wir klären gemeinsam, ob eine Zahlung noch im laufenden oder erst im folgenden Kalenderjahr günstiger ist.

Kündigung oder Aufhebungsvertrag auf dem Tisch?

Bitte nichts unterschreiben, bevor wir kurz draufgeschaut haben. Das kostet Sie wenig – und kann viel sparen.

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